Foren-Übersicht
     Intro     Portal     Index     Kalender     
Vom Goldregen-Präparat zur Nichtraucherpille

 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen     Foren-Übersicht -> Champix
Das Thema drucken | Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
clausi
Vize Admin


Offline

Anmeldedatum: 28.08.2010
Beiträge: 3709
Wohnort: Hagen

BeitragVerfasst am: Do Sep 09, 2010 17:39     Titel: Vom Goldregen-Präparat zur Nichtraucherpille Antworten mit Zitat

http://sc.tagesanzeiger.ch/dyn/news/schweiz/770262.html

06. Juli 2007, 13:34

Seit kurzem können Raucher in der Schweiz mit Hilfe eines neuen, teuren Wirkstoffs von den Zigaretten loskommen. Eine ähnliche Substanz aus einer Pflanze wäre aber viel billiger.

Von Martina Frei, St. Louis*
Wäre nicht Englisch Weltsprache, sondern Russisch, man hätte es vielleicht billiger haben können. Seit rund 40 Jahren ist in Osteuropa ein Wirkstoff bekannt, der helfen könnte, mit dem Rauchen aufzuhören. Nur wusste das im Westen kaum jemand. Alle Studien zu «Tabex» wurden in Polen, Bulgarien, Russland oder im ehemaligen Ostdeutschland durchgeführt, und bis letztes Jahr keine davon in Englisch veröffentlicht.

Deshalb erfuhr der Amerikaner Jotham Coe erst im Jahr 1994, welches Potenzial im Goldregen steckt. Bereits seit über einem Jahr hatte der Chemiker im Dienst der Pharmafirma Pfizer nach einem Molekül gesucht, das die Acetylcholin-Rezeptoren im Hirn besetzt, an die sich das inhalierte Nikotin bindet. So wollte er die Wirkung des Nikotins auf die Hirnzellen unterbinden.

Doch was immer Coe auch synthetisierte, es passte nicht gut genug oder wirkte nicht so, wie er es sich vorstellte. «Ein Jahr lang kamen wir nicht voran», erinnert sich der Chemiker. Dann stiess er auf eine Publikation zu Tabex.

Gift aus der Pflanze
Dieses von einer bulgarischen Firma verkaufte Medikament enthält Cytisin. Die Substanz kommt im Goldregen vor und ist für die Giftwirkung der Pflanze verantwortlich. Aber: Cytisin ist nicht patentierbar. Zudem, so Coes Überlegung, gäbe es ja womöglich Moleküle, die noch besser an die Nikotin-Rezeptoren binden würden.

Im Februar 1997 fand der Chemiker schliesslich, wonach er seit 1993 gesucht hatte: Vareniclin, ein Molekül, das spezifisch in die Rezeptoren passt und ein bisschen wirkt wie Nikotin, dessen Wirkung aber gleichzeitig verhindert. Zudem ist es relativ einfach zu synthetisieren und im Laborversuch wirksamer als der Pflanzenwirkstoff.

Vareniclin entpuppte sich in bisherigen klinischen Studien als erfolgreicher als alle Rauchstopp-Medikamente, die im Westen bisher auf dem Markt sind. Rund 22 Prozent der Raucher kamen damit in den Versuchen mindestens ein Jahr lang von den Zigaretten los; von denjenigen, die ein Scheinmedikament erhalten hatten, blieben nur etwa 8 Prozent so lange abstinent.

Für die zwölfwöchige Behandlung mit dem neuen Wirkstoff müssen Raucher bisher 535 Franken hinblättern, für die (etwas erfolgreichere) 24-wöchige Behandlung 1070 Franken. Ein Behandlungszyklus Cytisin dagegen kostet in Russland – in der Schweiz ist das Mittel nicht zugelassen – umgerechnet etwa 9 Franken.

Wie gut Vareniclin im Vergleich zum viel preiswerteren Cytisin abschneiden würde, hat bisher niemand getestet. Cytisin könnte etwa doppelt so wirksam sein wie Placebo, schätzt Coe. Das hiesse, dass es zwischen zehn und zwanzig Prozent der Raucher helfen würde.

Risiken und Nebenwirkungen
Von der Selbstmedikation ist dennoch – mindestens vorerst – abzuraten, unter anderem deshalb, weil es Diskrepanzen gibt zwischen den Nebenwirkungen, die in den Versuchen auftraten, und denjenigen, die im Beipackzettel genannt werden. Das fand der Rauchentwöhnungsexperte Jean-François Etter heraus, der alle Cytisin-Studien analysiert hat («Arch. Int. Med.», Bd. 166, S. 1553). Etter ist verantwortlich für die Website stop-tabac.ch . Als Etter daraufhin den Tabex-Hersteller um detaillierte Informationen zur Toxizität bat, bekam er keine Antwort.

Die bisherigen Studien zu Tabex sind grösstenteils mit Mängeln behaftet und würden für eine Zulassung im westlichen Europa nicht genügen. Gegenwärtig sind nun aussagekräftigere Versuche in Polen und Neuseeland geplant; ihre Ergebnisse sind jedoch erst in einigen Jahren zu erwarten. So bleibt für die nächsten Jahre offen, wie billig Raucherentwöhnung mit Hilfe von Chemie womöglich sein könnte.

* Die Redaktorin hat an einer Pressereise der Firma Pfizer, dem Hersteller von Vareniclin, teilgenommen.
_________________
Alles Liebe von clausi



Unmöglich!...sagt der Verstand….Versuch es!...flüstert der Traum…
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Forenking






Verfasst am: Do Sep 09, 2010 17:39     Titel: Ähnliche Themen

Nach oben
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen     Foren-Übersicht -> Champix Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.